Färbemittel

Ein Hauptbestandteil der Safranfäden ist Crocin. Dieser ist für die Gelbfärbung verantwortlich, die eintritt, wenn man die roten Fäden in Flüssigkeit einweicht.
Aus alten Schriften ist bekannt, dass Safran nicht nur zum Einfärben von Speisen, sondern auch von Stoffen wie z.B. für Gewänder von Mönchen und Königen oder für den Trauschleier phönizischer Bräute verwendet wurde.
Aber auch in der Kunst hatte der Safran einen hohen Stellenwert. So bediente man sich der gelben Farbe in der Buchmalerei auf Papier und Pergament genauso, wie für die Imitation von Goldschriften oder Goldbrokatstoffe auf Skulpturen.

Heilmittel

Erzählungen über Safran als Heilmittel reichen weit ins Altertum zurück, was durch uralte Dokumente und Fresken belegt wird. Sie berichten von einer Vielzahl von Krankheiten, die durch das Einnehmen von Safran gelindert werden konnten.

Um einige Beispiele zu nennen:

  • Im Papyrus Ebers 1600 v.Chr. wird Safran für Augenleiden, Anämie, Gicht und Lebererkrankungen verwendet.
  • Hippokrates empfahl Safran gegen Frauenleiden.
  • Im Mittelalter wurde mit Safranpräparaten die Pest bekämpft und galt dann als Allheilmittel, das auf den gesamten Organismus stärkend wirkt. So war er auch Bestandteil in jedem Lebenselexier.
  • Auch in der traditionellen chinesischen Medizin spielte Safran seit jeher eine große Rolle. Dort wird er zur Regulierung der Lebensenergien und zur Stärkung von Leber und Herz verwendet.
  • Die ayurvedische Heilkunst zielt auf die harmonisierende und gesundheitsfördernde Wirkung des Safran, der besonders bei depressiven und melancholischen Verstimmungen verordnet wird.
  • In der Antike wurde Safran von Ärzten auch als liebesfördernde Substanz empfohlen. So wurde z.B. das Hochzeitsbett mit Safran bestreut, um die Sinne anzuregen oder ein Bad in Safranwasser genommen, um die Männlichkeit zu stärken. Auch in der Kosmetik wurde die sinnliche Wirkung des Safranduftes eingesetzt.

Es gibt also in der Tat seit Jahrtausenden unzählige Wunder, Berichte und Geschichten um die Wirkung der Safranpflanze.
In der heutigen Zeit wurden viele dieser Eigenschaften wissenschaftlich belegt. Zusammenfassend können also dem Safran folgende Wirkungen zugesprochen werden:

  • antibakteriell
  • antiviral
  • antidepressiv
  • anticancerogen
  • aphrodisierend
  • krampfstillend
  • leberstärkend
  • verdauungsfördernd
  • zyklusstimulierend

Gewürz

Unzählige Geheimnisse ranken sich um die roten Fäden, die als teuerstes Gewürz der Welt gelten. Von Königen geliebt, von Köchen verehrt, ist Safran auch heute noch eine der exklusivsten Zutaten in der Küche. Er verleiht den Speisen durch seinen Eigengeschmack nicht nur eine besondere Note, sondern hebt auch den Geschmack der verwendeten Zutaten hervor, fungiert also als natürlicher Geschmacksverstärker.

Es finden sich Rezepte von der Küche des Abendlandes über die orientalische Küche bis zur Mittelmeerküche. Dabei schenkt er sein würziges Aroma nicht nur herzhaften Gerichten mit Fisch und Fleisch, sondern veredelt durch seine intensiv gelbe Färbung auch Saucen und Süßspeisen. Die bekanntesten Gerichte sind wohl die französische Bouillabaisse, das italienische Risotto alla Milanese oder die spanische Paella, um nur einige zu nennen.

Zur optimalen Aromatisierung der Speisen muss Safran vorbereitet werden: damit die Safranfäden ihren Geschmack und ihre Farbe besser der zugefügten Speise abgeben können, werden die Fäden etwas erwärmt und anschließend gemörsert. Das entstandene Safranpulver sollte dann in etwas warmer Flüssigkeit aufgelöst werden. Um die volle Wirkung des Gewürzes zu entfalten, muss der Safran vor dem Hinzufügen des Gerichtes eine ganze Weile ziehen. Zu beachten ist außerdem, dass der Safran nicht zu lange mitgekocht werden sollte, da sich sonst die Aromen verflüchtigen. Auch sollte sehr sparsam mit der Dosierung umgegangen werden, da bei einer zu großen Menge die Gerichte schnell bitter und ungenießbar werden.

Die richtige Prise lässt allerdings aus jedem Gericht eine Köstlichkeit werden, sowohl für den Gaumen als auch für das Auge!

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